1. Tibeter – Das Drehen

Das DrehenDas Drehen

Mit Freude drehen – bei kleinen Kindern oft zu beobachten. Bei „ungutem Gefühl“ die Drehrichtung eventuell ändern. Ausprobieren!

Grundstellung:
Füße etwa hüftbreit auseinander. Handflächen weisen leicht nach vorne. Knie ganz leicht gebeugt, nicht durchgedrückt. Becken nach vorne gekippt, “aufgerollt”, Wirbelsäule aufrecht, Kinn (ganz leicht) angezogen, Nacken lang. Sich seines Körpers bewusst werden.

Ausführung:
Füße etwa hüftbreit auseinander, Knie ganz leicht gebeugt, nicht durchgedrückt. Becken nach vorne gekippt, “aufgerollt”, Wirbelsäule aufrecht, Kinn (ganz leicht) angezogen, Nacken lang. Arme angewinkelt, Handflächen aneinander gelegt, Fingerspitzen in Augenhöhe. Einige ruhige, ganz bewusste Atemzüge. Arme nach unten sinken lassen und dann ausbreiten wie ein Adler seine Schwingen. Arme seitlich ausgestreckt, Handflächen weisen nach unten, Finger aneinander, Konzentration bis in die Fingerspitzen. Die Augen beim Drehen unbedingt offen lassen – beugt eventuellem Schwindel vor.

Tipp: Punkt an der Wand fixieren, Blick darauf „stehen“ lassen. Drehen und zum Schluss den Kopf „mitnehmen“.

Abstoppen:
Wir stehen wieder hüftbreit auseinander, Knie ganz leicht gebeugt, nicht durchgedrückt. Becken nach vorne gekippt, “aufgerollt”, Wirbelsäule aufrecht, Kinn (ganz leicht) angezogen, Nacken lang. Arme angewinkelt, Hände vor dem Gesicht gefaltet. Fingerspitzen ein paar Atemzüge lang fixieren – stoppt evtl. aufkommenden Schwindel. Wieder einige ruhige, ganz bewusste Atemzüge. Arme langsam sinken lassen. Handflächen weisen leicht nach vorne.

Falls wegen der ungewohnt hohen Sauerstoffversorgung doch einmal Schwindel aufkommt – ablegen und Beine hoch.

Zum 2. Tibeter – Beine Heben

Alle Übungen in eigener Verantwortung und auf eigene Gefahr.

  1. Andreas Holtkötter

    Hallo Bruno,

    zum Ersten Tibeter, dem Drehen um die eigene Achse, habe ich folgenden Tipp, der bei mir dafür sorgt, dass ich beim Drehen nicht schwindelig werde oder mir gar schlecht wird:
    Ich drehe mich nicht mit ausgestreckten Armen, sondern ich falte meine Hände und halte sie vor meinen Brustkorb. Nun schaue ich beim Drehen die ganze Zeit von oben auf meine beiden Daumennägel und fixiere diese. Dadurch wurde mir weder schwindelig noch schlecht und ich bin auch noch nie beim Drehen irgendwo angeeckt oder gar gestürzt.
    Vielleicht mag dieser Trick auch anderen helfen, die ansonsten Probleme mit dem Drehen haben!

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas

  2. Till Meier

    Ist es richtig, das ich mich wie ein Brummkreisel drehen soll?
    Welche Umdrehung-zahlen sind als Anfänger zu empfehlen, bzw. was soll man beachten, zb. Kleidung, Uhrzeit (warum ist es Morgens besser als Abends?), sollte man sich vorher, nachher aufwärmen, bzw. abkühlen?

    Die Übung als solche kommt leider nicht ganz klar raus.

    Wie häufig soll man so diese Übungen in der Woche machen oder sollte man, damit ein Effekt eintritt, sie jeden Tag machen?

    Ich weiß ich bin ein Mensch, der alles genau wissen möchte und auch gerne nach dem berühmten „Haar in der Suppe“ sucht, aber ansonsten fühle ich mich nicht wohl und alles , wo ich mich nicht wohl fühlt, fange ich nicht an. Dafür ist das Leben zu kurz.

    • Bruno Straub

      Hallo Till

      Vorab: Jeder Mensch ist anders. Wir sind eben sehr individuelle Geschöpfe und keine Maschinen die alle gleich „vom Band laufen“.

      Wie dreht sich ein „Brummkreisel“?

      Die Übungen sind kein „Sport“. Aufwärmen oder abkühlen wäre kontraproduktiv. Die Kleidung soll bequem sein und die Bewegungen nicht behindern. Der Morgen ist sicherlich die bessere Zeit. Nachher startet man einfach anders in den Tag. Abends kommt gerne mal etwas „dazwischen“ und die Übungen fallen dann aus.

      Umdrehungszahlen: Je nach eigenem Gefühl. Langsamer oder schneller, das ist egal. Langsam, ohne Druck, Woche für Woche etwas steigern.

      Regelmäßiges Üben ist die beste Voraussetzung damit die „Tibeter“ ihr Potential (auch bei dir) entfalten können.

      Die Wirkungen sind nicht theoretisch zu erfahren. Leider weis ich nicht mehr von wem nachfolgender Satz stammt, aber er hat etwas.

      Du musst nicht großartig sein um zu beginnen.
      Aber du musst beginnen um großartig zu werden…

      In diesem Sinne
      Bruno

  3. Guten Tag.

    Ich habe vor einiger Zeit Peter Kelders 5 Tibeter gelesen und bin dadurch zu den Übungen gekommen. Da ich bereits frühere Erfahrungen mit Yoga gemacht habe, waren mir die Übungen vertraut und auch der Ablauf war für mich kein Problem. Allerdings stellen sich mir noch einige Fragen zu der ersten Übung, dem Drehen. Laut Kelders Buch und einigen Praktizierenden habe ich gehört, dass man sich jeweils abwechselnd nach rechts und nach links drehen soll. Die meisten Übenden drehen sich aber derwischgleich im Kreis. Kann man hier die Übungen je nach persönlicher Erfahrung abwandeln, z.B. nach 21 Drehungen rechts 21 Drehungen nach links?

    Davon abgesehen finde ich deine Erklärungen anschaulich und gut verständlich geschildert. Ich freue mich auf deinen Rat.

    Liebe Grüße.

    • Bruno Straub

      Hallo Dorian
      In meiner (etwas älteren) Ausgabe der Tibeter steht „im Uhrzeigersinn“.
      Ich habe keinerlei Erfahrung mit dem Drehen in beide Richtungen. Höre in dich hinein und versuche, den für dich passenden Weg, zu finden.
      Vor allem gilt aber auch was in der Antwort für Burkhart (weiter oben) steht.

      Viel Spaß beim probieren
      Bruno

  4. Wolfgang

    Erstmal möchte ich mich dem Burkhart aus Neuseeland anschließen und mich bedanken für diese ausführliche Anleitung. Abgesehen davon, dass ich ein – man sagte mir angeborenes – Problem mit dem Drehen habe, kann ich es nicht gleich morgens. Wenn überhaupt, könnte ich es u.U. als letzte Übung machen. Ist die Reihenfolge von elementarer Bedeutung?

    Danke im Voraus für die Antwort!

    Dankbare Grüße

    Wolfgang

    • Bruno Straub

      Hallo Wolfgang

      Es freut mich natürlich wenn auch dir die Anleitung gefällt und hoffentlich auch beim Üben hilft.
      (Dein „Problem mit dem Drehen“ hast du hoffentlich schon mal untersuchen lassen.) Natürlich ist die Reihenfolge der Übungen sinnvoll und baut auf einander auf. Vor allem am Morgen „schließen wir den Körper so zu sagen auf“. Es ist nicht sinnvoll aus dem Bett zu springen und gleich mit der Kobra zu beginnen.
      In speziellen Fällen kann die Reihenfolge aber auch abgeändert werden. Dies ist immer besser als einzelne Bewegungen ganz weg zu lassen. Die Übungen heben jeweils eigene Wirkungen auf unsere Chakren oder endokrinen Drüsen. Deshalb, wenn es geht, womöglich immer alle ausführen um eine Harmonisierung der Hormonausschüttung zu erreichen.

      Viel Spaß beim Üben
      Bruno

  5. Hallo Bruno,

    ersteinmal moechte ich mich fuer Deine Seite im Netz bedanken. Ich finde es gut wenn solches Wissen den Menschen frei zugaenglich gemacht wird und man nicht dafuer bezahlen muss. Danke dafuer!

    Nach langer Zeit habe ich nun endlich begonnen die Uebungen zu praktizieren und bin begeistert (ich hoffe das haelt an…;). Ein Grund fuer die „Zurueckhaltung“ war die Frage, die mich in vielerlei Hinsicht mit alten Uebungstechniken aus dem Fernen Osten beschaeftigt, nach der Ausrichtung von Drehbewegungen in der suedlichen Hemisphaere. Da die alten Techniken in der noerdlichen Hemisphaere entwickelt wurden, wierum muss ich mich auf der Suedhalbkugel drehen? Denn sollte die Uebung in Einklang mit der Erde und dem Ganzen sein, sollte ich mich dann nicht entsprechend der Erdrotation und des entsprechend beeinflussten Erdmagnetismus auch im Gegenuhrzeigersinn drehen?

    Langes Schreiben, kurze Frage: Was empfiehlst Du mir fuer den Drehbewegungssinn des Ersten Tibeter auf der Suedhalbkugel?

    Ich freue mich auf eine Antwort von Dir und verbleibe mit

    Freundlichen Gruessen aus Neuseeland,

    Burkhart.

    • Bruno Straub

      Hallo Burkhart

      Meine Einstellung zu den „Übungen“ ist: Nicht zu sehr Verkopfen!
      Wenn wir zu sehr überlegen, analysieren, berechnen hindern wir uns oft daran unsere „Körperintelligenz“ entfalten zu lassen. In Kursen sage ich nie die Drehrichtung vorher an. Dies würde die Teilnehmer nur beeinflussen die von mir vorgegebene Drehrichtung zu wählen.
      Viel besser ist es, ohne vorher zu überlegen, sich einfach zu drehen. Der Körper wählt meist selbst (Wenn er nicht vom Intellekt beeinflusst wird) die für ihn richtige Drehrichtung. Unser Körper ist viel „Intelligenter“ (Stichwort: Körperintelligenz) als wir ihm meist zutrauen, deshalb „überfahren“ wir ihn meist mit unserem Intellekt.
      Solltest du aber, nach einiger Zeit des übens, ein Gefühl der Müdigkeit, nach dem Drehen oder der kompletten Übungsreihe verspüren, oder der Meinung sein „irgendetwas passt nicht“, dann versuche dich mal in die andere Richtung zu drehen.

      Vertraue darauf das dein Körper dir, wenn du bewusst, konzentriert und mit der richtigen Atmung übst, den richtigen Weg weisen wird.

      Wie sagt Swami Siwânanda:

      Eine Unze Praxis ist besser
      als eine Tonne Theorie.

      Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen
      Bruno

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